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Trebur.
Knapp ein Viertel der Treburer Bevölkerung ist über 60 Jahre alt. Wenn die Kinder außer Haus sind und das Treppensteigen im Einfamilienhaus schwer fällt, dann entscheiden sich Senioren immer häufiger, eine kleinere Wohnung zu mieten oder zu kaufen. Das Angebot in der Gemeinde soll sich für die ältere Bevölkerung nun verbessern – mit einem Bauprojekt für seniorengerechte Wohnungen.

Neue Wohnungen in der Großgemeinde zu schaffen, ist jedoch wegen der durch Fluglärm bedingten Siedlungsbeschränkung schwierig. Neubaugebiete sind beispielsweise nicht möglich. Einzelne Neubauten können nur im Zuge von Nachverdichtungen realisiert werden. Ein dafür geeignetes Areal ist in Astheim zwischen der evangelischen Kirche und dem Bürgerhaus zu finden. Die beiden derzeit noch getrennten Grundstücke sollen mit zwei Häusern für alten- und seniorengerechtes Wohnen bebaut werden.

18 Wohnungen

Investor und Betreiber ist die MAB Bauträgergesellschaft aus Bischofsheim. Deren Geschäftsführer Michael Adam stellte das Vorhaben kürzlich den Gemeindevertretern vor. „Wir wollen ein Haus mit zwölf Wohnungen und ein Haus mit sechs Wohneinheiten bauen“, informierte Michael Adam die Fraktionen. Das größere Haus soll mit jeweils sechs Ein- und Zwei-Zimmer-Wohnungen ausgestattet werden, das kleinere mit zwei Ein-Zimmer-Wohnungen und vier Zwei-Zimmer-Wohnungen. Die Miete soll zwischen 9,50 Euro bis zehn Euro pro Quadratmeter liegen.

„Eventuell lassen wir vier Wohnungen öffentlich fördern. Dann würde der Mietpreis unter sieben Euro liegen“, so Geschäftsführer Adam weiter. Anbieten will die Firma MAB als Betreiber und Vermieter das sogenannte Bielefelder Modell. Das heißt, dass der Bewohner auf soziale Dienste zurückgreifen kann, aber nicht muss. „Wir schließen grundsätzlich Dauermietverträge ab, die nicht einseitig von uns gekündigt werden können“, teilte Adam weiter mit. Angebote wie ein Begegnungscafé, eine Bäckerei und eine Praxis für Fußpflege sollen die Angebote abrunden.

Grundstücke in Erbpacht

Die Besonderheit bei dem Vorhaben liegt in den beiden Grundstücken. Eines davon, auf dem der Glockenturm des Kirchengebäudes steht, gehört der Kirche. Das zweite gehört noch der Kommune Trebur. „Geplant ist, dass wir unser Gelände an die Kirche verkaufen“, erläuterte Bürgermeister Carsten Sittmann (CDU). Die Evangelische Kirche Hessen und Nassau wiederum will dann mit MAB einen Erbpachtvertrag abschließen.

Im Ausschuss als auch in der Gemeindevertretung gab es keinerlei Bedenken gegenüber dem Vorhaben. Nach dem abschließenden Votum im Parlament kann jetzt das vorhabenbezogene Bauleitverfahren eingeleitet werden, dessen Kosten MAB trägt. Bis alle planerischen Hürden genommen sind, wird mehr als ein Jahr vergehen. „Wir rechnen damit, dass wir im Spätsommer 2018 mit den Baumaßnahmen beginnen können. Ende 2019 können die ersten Bewohner einziehen“, rechnete Geschäftsführer Adam vor.